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Paukenröhrchen und ihre Funktion

Warum Kinder auch mit Paukenröhrchen Schwimmen gehen dürfen

Bei Kindern, bei denen ein Paukenröhrchen eingesetzt wurde, entsteht durch das Paukenröhrchen eine Perforation des Trommelfells. Vielfach wird deshalb das Schwimmen verboten bzw. die Verwendung von Gehörschutzstöpseln empfohlen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sind diese Empfehlungen nicht gerechtfertigt. Mit Paukenröhrchen Schwimmen zu gehen ist ohne Abdichtung des Gehörgangs erlaubt. Im nachfolgenden Video gehe ich einmal genauer darauf ein.

Das sagt die Wissenschaft

Der Druck der benötigt wird um Wasser durch ein Paukenröhrchen ins Mittelohr zu bringen beträgt zwischen 12,8 und 22,8 cm H2O (1) bzw. 11,45 und 22,57 cm H2O (2). Seifenwasser oder andere Lösungen, die die Oberflächenspannung herabsetzen, führen zu einem leichteren Eindringen, jedoch waren mindestens 10,95 cm H2O auch für das Eindringen von Seifenlösung notwendig. Diese Drucke werden beim normalen Schwimmen und flachem Tauchen nicht erreicht. Aufgrund ihrer Untersuchung empfehlen Hebert und Mitarbeiter in ihrer Untersuchung am Model, dass tieferes Tauchen, über 60 cm Tiefe, vermieden werden sollte (3). Allerdings gibt es keine zuverlässigen Erkenntnisse, dass das Eindringen von Schwimmwasser zur Mittelohrentzündung und Ohrsekretion (Otorhoe) führt (3). Die Auswertung verschiedener wissenschaftlicher Untersuchungen (Metaanalysen/Evidenz Grad 1) ergab, dass sich in keiner Studie ein Unterschied in der Häufigkeit von „laufenden Ohren“ zwischen schwimmenden und nicht schwimmenden Kindern mit Paukenröhrchen zeigte (4). In der Metaanalyse von Lee fand sich sogar eine vermehrt auftretende Ohrsekretion bei Kindern die nicht schwimmen! In der Gruppe der schwimmenden Kinder war Ohrsekretion überraschend häufiger wenn Schwimmschutz-Stöpsel verwendet wurden (4). Wie Prof. Weber (5) aus Karlsruhe zusammenfassend feststellt, gibt es somit keinerlei Hinweise, dass Ohrsekretion bei Kindern mit Paukenröhrchen gehäuft auftritt, die ohne Schutzmaßnahmen schwimmen.


 Literatur

  • 1 Marks, NJ et al Swimming and grommets J R Soc Med 76: 23- 6 (1983)
  • 2 Pashley, NR et al
 Tympanostomy tubes and liquids: an in vitro study J 
 Otolaryngol 13: 296- 8 (1984)
  • 3 Hebert, RL et al 
Tympanostomy tubes and water exposure Arch Otolaryngol Head Neck Surg 124: 1118-21 (1998)
  • 4 Lee, D et al
A meta-analysis of swimming and water precautions Laryngoskope 109: 536-40 (1999)
  • 5 Weber, R
Kinder mit Paukenröhrchen dürfen ohne Abdichtung des Gehörgangs schwimmen Fax Info HNO 4 (2005)

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